Nachruf
Am 25. Mai 2010 hat Roberto Müller sich im Alter von 19 Jahren das Leben genommen.
Es klingt vielleicht unwirklich oder wie ein schlechter Scherz, doch dem ist nicht so. Für mich war Roberto jemand, der da war wenn man ihn brauchte. Über seinen Twitteraccount wusste ich immer, dass er da ist und ich wusste immer, wo ich ihn finden konnte. Doch all dies ist nicht mehr der Fall. Er war ein Mensch, der auf der Suche war. Wonach? Das werden wir wohl nie erfahren.
Ich habe Roberto kennengelernt, als ein guter Freund von mir, namentlich Lukas, mit ihm in die 138. Mittelschule besuchte. Ich glaube es war vor ungefähr 3 Jahren. Er war witzig, hatte immer einen Spruch auf den Lippen und in seiner Nähe konnte man praktisch nie schlechte Laune bekommen. Wir haben zusammen viel gemacht, wie beispielsweise Filme gedreht oder Parkour gemacht. Viel habe ich auch mit ihm gesprochen, einfach so, was uns eben in den Sinn kam. Es gab auch eine sehr intime Zeit. Wir haben fast jeden Tag telefoniert und einfach geschichten vor uns hingesponnen. Doch mit der Zeit schwand der Kontakt. Doch ich wusste, er existiert und ist immer noch da und ich wusste, wo ich ihn finden konnte.
Viele Sachen erinnern mich an ihn. Ich habe sein altes Handy, was er nicht mehr brauchte, ich hab ein Headset geschenkt bekommen, bei dem das Kabel für ihn zu kurz war und ich habe unzählige Erinnerungen an ihn, die ich zu meinen Lebzeiten niemals vergessen werde.
Als ich die Nachricht erfahren habe, wusste ich nicht gleich, wie ich reagieren sollte. Ich denke jedem wird es so ergehen, der einen guten Freund verliert. Ich habe bis jetzt nicht geweint, aber es kommen immer wieder die Erinnerungen hoch. Zu diesem Zeitpunkt habe ich ein Praktikum in einem Altersheim absolviert. Dort hat mir eine der Schwestern gesagt, nachdem ich ihr erzählt habe, was los ist, dass ich das niemals vergessen werde. Oft gehen mir Gedanken durch den Kopf wie: “Wenn er doch nur dieses Wetter erleben könnte, wie damals!” Aber diese Gedanken bleiben nur Erinnerungen. Schöne Erinnerungen.
“Und viele werden sich denken, dass sie es doch hätten bemerkt haben müssen. Aber ich wäre doch nicht ich gewesen, wenn man es gemerkt hätte :P”
Dieser Satz ist aus seiner Abschiedsmail, die im folgenden noch angehangen wird. Und es stimmt. Roberto hat sich niemals anmerken lassen, dass es ihm schlecht geht. Er war ein Kämpfer. Jedoch gab es Tweets, welche im Nachhinein sicherlich in den Zusammenhang gebracht werden konnten. Er hat viel über Helium getwittert, viel über Gedanken, die er nicht preis geben möchte. Jedoch darf, sollte und kann sich niemand einen Vorwurf machen. Es war seine Entscheidung. Eine Entscheidung, die viele, vielleicht sogar alle, nicht verstehen können.
Er hinterlässt seine Familie, wie auch immer er dazu stand, er hinterlässt sein Leben. Und wichtiger noch, er hinterlässt Freunde. Freunde, die trauern werden, die ihn kannten und die ihn liebten wie er war und wie sie ihn Erinnerung behalten werden.
Ich für meinen Teil werde ihn vermissen. Sehr. Denn einen Teil meines Lebens konnte ich mit ihn genießen. Ich hoffe, ihr konntet es auch.
Danke Gott, dass du uns die Möglichkeit gegeben hast, Roberto kennengelernt zu haben. Die Welt dreht sich weiter. Aber ohne ihn.
Rest in Peace Roberto.
Danke.
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Selbstmord – Warum und wie?!
Ich war früher mal ein Kämpfer. Egal wie schlecht es lief, ich machte
weiter. Aber irgendwie habe ich das in der letzten Zeit verloren. Es
tut mir leid.
Viele von euch werden das nicht verstehen. Und das ist ok, immerhin
kennen mich die meisten nur aus diesem komischen Internet ;)
Aber der Mensch ist mehr als wie er sich im Internet gibt. Ich bin
kein Emo der sich ritzt oder so ein Schwachsinn. Diese Entscheidung
habe ich lange abgewogen, ich habe es also nicht nur aus einer Laune
heraus getan.
Wisst ihr…es sind die kleinen Dinge die einen kaputt machen. Ich
konnte nie Geburtstag feiern. Aus dem einfachen Grund weil nie Geld da
war. Ich konnte mir nie etwas leisten. Ich wollte auch nicht viel.
Auch Markenklamotten wollte ich nicht (wenn ich sie mir hätte leisten
können). Es war ok.
Dazu noch eine Menge schlechte Kindheit. Und dazu ist in letzter Zeit
einfach zu viel schief gelaufen. (Das hat absolut nichts mit Leipzig
zutun!!!)
Ich bin kein typischer Selbstmörder. Und viele werden sich denken,
dass sie es doch hätten bemerkt haben müssen. Aber ich wäre doch
nicht ich gewesen, wenn man es gemerkt hätte :P
Wie? Und warum gerade so?
Vom Haus springen? Zu hoch die Gefahr zu überleben. Und ich habe
Höhenangst. Ich hab’s versucht. Ohne Mist. Höhenangst ist da echt
übel.
Aufschneiden? Nein danke :-/
Erschießen? Haste ne Knarre?
Ersticken? Teilweise.
Die meisten Menschen denken beim Ersticken an das nicht atmen können.
Jeder von euch dürfte das schonmal erlebt haben, nicht so atmen zu
können wie man will. Das ist absolut nicht schön.
[...]
Ich denke, jeder sollte frei entscheiden können ob er sterben möchte
oder nicht. Klar, ich hinterlasse Menschen. Freunde. Aber die Erde
dreht sich weiter. Glaubt mir.
Ich habe jemandem alle meine Passwörter und Accounts anvertraut. Er
soll sie verwalten/löschen. Dann war’s das.
Ich danke euch allen!
Roberto Müller
P.S.: An einer Stelle hat Roberto teilweise beschrieben, wie er den Selbstmord durchgeführt hat. Damit sich niemand diese “Anleitung” zu nutze machen kann, wurde diese Passage entfernt.







